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Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21

Geschichte / Auftrag

Die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 (ehemals Luftwaffenwerft 62) hat in den vergangenen Jahren einen grundlegenden Wandel durchlaufen. Von einer ehemals originär waffensystemspezifisch auf das Waffensystem F-4 ausgerichteten Werft hat man sich zu einem militärischen Dienstleister entwickelt, der mittlerweile waffensystem- und teilstreitkraftübergreifend „alles aus einer Hand“ anbieten kann. Das neue Fähigkeitsprofil der Gruppe zeichnet sich dabei durch seine Vielfältigkeit und Flexibilität aus und erstreckt sich von der Annahme des Luftfahrzeugs, Entlackung, Befundung, Instandsetzung, Lackierung bis zur Abgabe des Lfz.

 

Im Frühjahr 2011 hatte die LIG 21 insgesamt -360- Depotinstandsetzungen am Waffensystem F-4 durchgeführt.

 

Neben dieser traditionellen Werftaufgabe, Depotinstandsetzung und Unterstützung des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“ als letzter fliegender Verband mit dem Waffensystem F-4, konnte im Bereich der Oberflächenbehandlung und Strukturinstandsetzung ein Kompetenzzentrum errichtet werden. Dabei werden für verschiedene fliegende Waffensysteme (z.B. Seeaufklärer P-3C Orion, Lfz Tornado) Korrosionsschutzkonzepte entwickelt und bei festgestellter Korrosion die betroffenen Strukturbauteile ausgetauscht bzw. neuangefertigt. Darüber hinaus werden durch analytische Zustandsinspektionen (AZI) an ausgewählten Luftfahrzeugen Instandsetzungsverfahren entwickelt, Alterungsprozesse durch die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung (ZfP) erkannt und durch Inspektionsmaßnahmen aufgehalten bzw. beseitigt.

 

Von der Fachgruppe Bodengeräte werden an Komponenten von Luftfahrzeugbodendienstgeräten Instandsetzungen bis zur Materialerhaltungsstufe 3+4 (Industrieinstandsetzung) durchgeführt. Die Allgemeinen Werkstätten (Tischlerei, Sattlerei, Dreherei und Schlosserei) der Gruppe entwickeln und bauen zu Transportzwecken unterschiedlichster militärischer Güter Gestelle, Verpackungen und Kisten, die höchsten Qualitätserfordernissen entsprechen. Die hohe Innovationsfähigkeit dieser Teileinheiten ist mittlerweile teilstreitkraftübergreifend bekannt; die Anfragen haben sich in diesem Bereich dadurch deutlich erhöht.

 

Einen weiteren Aufgabenschwerpunkt der Gruppe stellt die Hochwertteilegewinnung (HWT) an den Waffensystemen F-4F Phantom und PA-200 Tornado dar. Hierbei werden an auszuphasenden Luftfahrzeugen, die im Rahmen der allgemeinen Reduzierung der Luftfahrzeugflotte aus dem Flugdienst herausgenommen werden, brauchbare Systeme und Lfz-Teile ausgebaut, befundet und bei entsprechender Eignung weiterverwendet. Diese dienen dann als Ersatzteile für die weiterhin im Flugdienst befindlichen Luftfahrzeuge. Diese Aufgabe führt ausschließlich die LIG 21 durch.

 

Auch im Bereich des Arbeits- und Umweltschutzes leistet die LIG 21 einen großen Beitrag. So hat sie z.B. die komplette Phantomflotte im Rahmen einer technischen Änderung mit speziell ausgebildetem Personal und einer mobilen Asbestabsauganlage, welche Asbestfasern zu 100% absorbiert, kernsaniert und mit umweltfreundlichen Abdichtmaterialien ausgestattet. Diese Fähigkeit beschränkt sich dabei nicht nur auf das Waffensystem F-4 Phantom, sondern ist auch an anderen Waffensystemen anwendbar.

 

Standort

Heute sind im ostfriesischen Jever etwa 210 Soldatinnen und Soldaten sowie noch einmal 130 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt ist die Gruppe damit sehr gut aufgestellt und für zukünftige Aufgaben gut vorbereitet. Sie versteht sich in ihrer Rolle eines mobilen wie auch ortsfesten Dienstleisters unter Einsatzbedingungen als wichtiger Bestandteil der deutschen Luftwaffe.

Auch im Bereich der Berufsausbildung leistet die LIG 21 einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. So haben seit 1992 bis zum Frühjahr 2011 insgesamt 52 Lehrlinge einen Abschluss als Fluggerätemechaniker erreicht

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© Christoph Wagner